Tragen von Anfang an

Schwangerschaft und Geburt sind aufregende und wundervolle Zeiten im Leben, die gleichzeitig mit großen Umstellungen verbunden sind und euch als junge Eltern Kraft und Zeit abverlangt. Ein guter Start ins Leben gelingt vor allem dann, wenn ihr auch Phasen habt, in denen ihr etwas für euch tut und ihr euch ausruhen können. 

Tragen schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe! Ihr könnt euch frei bewegen, habt beide Hände frei, könnt essen, lesen, arbeiten, tanzen, ... und gleichzeitig euer Baby bei euch haben. Euer Baby ist sicher und geborgen bei euch, kann schlafen oder zuschauen, was ihr gerade macht. Ihr als Eltern tragt euer Kind sowieso - also macht euch das Leben leicht und nutzt dafür ein Tragetuch oder eine Tragehilfe.

 

Das ist Tragen für euer Baby:

 

•   beruhigend und entspannend

•   bequem, geborgen und sicher

•   motorische und sinnliche Anregung

•   einfacheres Ankommen im Leben

•   weniger Schreien, weniger Koliken

•   bindungsfördernd

•   entwicklungsfördernd

•   natürlich

 

Das ist Tragen für euch:

 

•   Kennenlernen Herz an Herz

•   beruhigend und entspannend

•   bequem und kuschelig

•   flexibel und mobil

•   mehr Handlungsspielraum

•   Betreuung mitten im Leben

•   gesund und natürlich

 

Einfacher geht es wirklich nicht - probiert es aus! 

 

 

Tragen fördert die Bindung

 

Eine gute Bindung ist die Basis für die gesunde Entwicklung eures Babys. In einer umfangreichen Studie haben Forscher herausgefunden:

Körperkontakt fördert den intuitiven Austausch zwischen dem Kind und seiner Bezugsperson!

 

•   Tragen fördert die Feinfühligkeit der Bezugsperson    

     für das Kind.

•   Getragene Kinder haben mit höherer

     Wahrscheinlichkeit eine sicherere Bindung als

     nicht getragene Kinder.
 

Aus unserer Erfahrung als Beraterinnen heraus können wir hier noch ergänzen: 

•   Das Tragen ist die einfachste Art für Väter, ihr

     Neugeborenes eigenständig zu beruhigen und zu

     umsorgen und gleichzeitig auf einer ganz neuen

     Ebene Kontakt zu ihrem Kind aufzunehmen.

•   Tragen ist Bindungsförderung nebenbei, ohne

     zusätzliche Anstrengung.

•   Bindung gelingt dann am besten, wenn Eltern und

     Kind entspannt sind. Das Tragen kann hier einen

     großen Beitrag leisten, den Alltag mit wenig

     Stress zu meistern.
 

 

Probiert es aus! Wir unterstützen euch!

 

 

Richtig Tragen

 

•   ist bequem für Kind und Tragenden

•   entspannt den Alltag mit Kind

•   bedeutet freie Hände für den Tragenden

•   schont den Beckenboden und entlastet den Rücken

     des Tragenden

•   fördert die gesunde, altersgerechte Entwicklung

     von Wirbelsäule und Hüfte des Kindes

•   festigt die Bindung zwischen Eltern und Kind

•   ermöglicht dem Kind, die Welt auf Augenhöhe

     seiner Bezugsperson mitzuerleben

•   schafft Nähe und Geborgenheit

 

Und vor allem: Richtiges Tragen ist nicht schwer. Informiert euch über die Vielzahl an Angeboten, die der Markt bereithält und findet eure ganz persönliche, bequeme und gesunde Lösung. Kompetente Trageberaterinnen ünterstutzen euch dabei.

 

 

Woher weiß ich, ob ich mein Kind richtig trage?

 

Hier einige Fragen, mit denen ihr selbst prüfen könnt, ob ihr richtig tragt:

 

•   Ist der Rücken meines Kindes gut gestützt und

     kann er sich runden, wenn das Kind schläft?

•   Ist mein Kind seitlich gut abgestützt und trage ich

     es in aufrechter Position?

•   Bleibt mein Kind dicht an meinem Körper, wenn

     ich mich vor- oder zurücklehne?

•   Kann der Kopf meines Kindes bei Bedarf gestützt

     werden, z.B. mit dem oberen Tuchrand oder mit

     einer Kopf-/Nackenstütze?

•   Reicht der Stoff unter dem Popo bzw. der Steg

     der Tragehilfe dem Kind von Kniekehle zu

     Kniekehle?

•   Sind die Unterschenkel und Füßchen des Kindes

     frei beweglich?

•   Sind die Beinchen des Kindes angehockt und dabei

     leicht gespreizt?

•   Befinden sich die Knie des Kindes bei mäßiger

     Abspreizung der Oberschenkel (60-90 Grad) auf

     Höhe seines Bauchnabels und bei stärkerer

     Abspreizung (90-130 Grad) auf Höhe seines Pos?

•   Habe ich beide Hände frei? Kann ich mich gut

     bewegen?

•   Kann ich eine aufrechte Haltung einnehmen?

•   Ist die Bindeweise/Tragehilfe auch nach längerer

     Tragedauer bequem für mich?

 

Solltet ihr eine oder mehrere Fragen mit Nein beantworten, versucht euch zunächst die Einstellungen eurer Tragehilfe oder die gewählte Bindeweise zu korrigieren. Erreicht ihr keine Verbesserung, kontaktiert eine Trageberaterin. Sie unterstützt euch darin, eine passende Bindeweise oder Tragehilfe zu finden, damit ihr gesund, bequem und sicher tragen können.

Babys nicht mit dem Gesicht nach vorne tragen!

KÖLN (dpa). Kinderärzte raten von Baby-Tragetüchern und Tragehilfen ab, bei denen das Baby nach vorn schaut.

 

Sie seien schädlich für die noch weichen Hüftgelenke des Babys, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Wolfram Hartmann, am Montag in Köln.

 

"Es gibt ja jetzt diese Tücher, wo die Kinder alles mitkriegen sollen", sagte er. "Aber das sind ja noch Babys. Bei den Babys kommt's auf die Geborgenheit an!"

 

Deshalb müsse man keine Angst haben, dass das Baby etwas verpasse, wenn sein Gesicht dicht am Körper des Trägers anliege.Tragetücher oder Tragehilfen seien gut für das Baby, wenn es darin mit leicht abgespreizten und gebeugten Beinen mit dem Gesicht zum Träger getragen werde.

 

Werde das Kind aber mit dem Rücken zum Tragenden transportiert, würden die Beine durch das Eigengewicht gestreckt. Und das sei dann nicht mehr gesund, sagte Hartmann, weil dadurch die Hüftgelenke geschädigt werden könnten.

 

Das gleiche gelte, wenn der Sitzsteg für das Baby zu schmal sei, so dass es abrutsche. Dann würden die Beinchen ebenfalls gestreckt.